DIE MECHITARISTEN KONGREGATION

(Zusammenstellung: Sebouh Baghdoyan, Dezember 2005)

Mechitaristen, Kongregation armenischer Christen, 1701 in Konstantinopel von dem Armenier Mechitar ("Tröster") da Petro, geb. 7. Febr. 1676 zu Sebaste, zur geistlichen und geistigen Regeneration seiner Landsleute gestiftet. In Konstantinopel dem armenischen Patriarchen wegen Hinneigung zur lateinischen Kirche verdächtig geworden, siedelte Mechitar nach Morea über und erhielt 1703 von der venezianischen Regierung die Erlaubnis, zu Modon ein Kloster und eine Kirche zu erbauen. Nach ihrem Übertritt zu den mit der katholischen Kirche unierten Armeniern erhielt die Kongregation 1712 von Papst Clemens XI. die Bestätigung und eine dem Benediktinerorden entlehnte Regel. Der 1714 zwischen den Venezianern und den Türken ausgebrochene Krieg nötigte sie zur Übersiedelung nach Venedig, wo sie 1717 vom Senat die Insel San Lazzaro geschenkt erhielt, auf der sich bald ein stattliches Kloster mit Kirche erhob. Mechilar starb daselbst 27. April 1749. Die M. daselbst behielten ihren eignen Ritus und die armenische Sprache beim Kultus bei und widmeten sich namentlich seit 1789, wo die erste Druckerei auf San Lazzaro entstand, ganz der Herausgabe klassischer Werke in armenischer Sprache. Seit 1810 besitzen sie in Wien ein großes Kloster, das Mechitaristenkollegium, und eine eigne Druckerei und Buchhandlung. Ein Zweigverein besteht in München. Ihre Bibliothek in San Lazzaro aber gehört in Bezug auf Reichtum an orientalischen

Ein Besuch bei den Wiener Mechitharisten

Hüter von Tradition und Büchern


Von Birgit Schwaner

Lange Zeit glaubte man, das Paradies orten zu können. Bei Euphrat und Tigris gelegen, im Norden - so lauten die biblischen Angaben. Vage genug, um den Traum von Eden lebendig zu halten, und doch so bestimmt, dass im Mittelalter im gesamten christlichen Orient ein Land als dasjenige galt, in dem Adam und Eva unbewusstes Glück, "Sündenfall" und Vertreibung erfuhren: Armenien.

Und jetzt ein Sprung nach Wien, in die Gegenwart: Blaue Weintrauben, Birnen, Datteln, Bananen, Äpfel, Zitronen und Ananas, Zimt, Vanille, Orangenblüten, Schafgarbe, Calmus, Jamaicarum und armenischer Cognac. Das sind einige Zutaten für "Mechitarine", den mehrfach ausgezeichneten Likör der Mechitharisten. Wir sitzen im Empfangsraum ihres Klosters im 7. Wiener Bezirk, als der Herr Portier eintritt und jedem ein Stamperl der klaren, rötlichbraunen Flüssigkeit serviert. Sie schmeckt süß, wärmt angenehm und soll, wie wir erfahren, gesund sein.

"Früher war der Klosterlikör vor allem Medizin", sagt Pater Vahan, "die Kräuter müssen lange im Alkohol liegen, damit sie wirken. Wir produzieren 3.000 Liter im Jahr - natürlich, kein Vergleich zu Coca Cola." Allerdings - und das ist wirklich der einzige vergleichbare Aspekt - ist wie bei der populären Brause das Rezept geheim. Die Patres haben es 1680 in einer armenischen Handschrift entdeckt und seitdem erfolgreich praktiziert. So ist noch jetzt, im 21. Jahrhundert, der Mechitarine eine, wenn auch schmale, Einkommensquelle.

Mechithar von Sebaste


Pater Vahan, schwarz gewandet und mit feinem Humor, kümmert sich um die säkular orientierten Besucher des Klosters: Er führt im Schnitt zwei Gruppen pro Woche durch Kirche, Museum und Bibliothek, zeigt einige Stücke der manche Rarität umfassenden Sammlung. Man kann ihn auch fragen, wie es dazu kam, dass es in Österreich ein armenisches Kloster gibt. Die besonders Interessierten wird er dann aber auf ein Buch verweisen, oder auf eine der hier zu kaufenden Schriften; denn es ist eine lange Geschichte. Hier eine sehr knappe Fassung: Seit 1810 leben Mönche des Mechitharistenordens im 7. Wiener Bezirk, unweit der Neustiftgasse. Dort haben sie neben ihrem religiösen Tagesablauf ein reales wie mentales Archiv armenischer Geschichte, Kultur und Tradition etabliert. Mechithar von Sebaste (Sivas), ihr Ordensgründer, mag es 1701 so vorgesehen und vorgelebt haben.

Geboren in Armenien, das heißt: Zu Hause sein in einem Land, das im Lauf seiner Geschichte zu oft von mächtigeren Nachbarn erobert und aufgeteilt wurde, dessen Bewohner vertrieben, dessen Städte und Dörfer immer wieder zerstört wurden. Vor dem Hintergrund seiner Herkunft verstand Mechithar seinen religiösen Auftrag als kulturelle Aufgabe - im Sinne der zumindest intellektuellen Bewahrung eines Territoriums, das nur imaginär vorhanden sein durfte.

Schon zu Lebzeiten Mechithars (1676 bis 1749) musste der Orden, dessen Angehörige die Regeln der Benediktiner übernahmen, mehrmals den Aufenthaltsort wechseln. Von Konstantinopel aus, wo man die Mönche als romtreue Christen verfolgte, flohen die ersten 16 Mechitharisten über Smyrna (Izmir) nach Modon (Methoni) auf dem Peloponnes. Der Ausbruch des türkisch-venezianischen Krieges und die Zerstörung ihres Klosters zwangen sie 1717, auf die Halbinsel San Lazzaro bei Venedig zu ziehen, in ein ehemaliges Hospiz für Orientreisende, wo sich heute das Zentrum der Congregation befindet.

Mission, Erziehung und Wissenschaft lauten die drei Stichwörter für die Tätigkeiten des Ordens. Patres reisten in alle Himmelsrichtungen, in denen Armenier wohnten. 12- bis 15-jährige Söhne verarmter armenischer Familien wurden als Zöglinge aufgenommen und bis zur Berufs- oder Universitätsreife ausgebildet. Man forschte und schrieb außer in der Theologie besonders im Bereich Linguistik und Literatur. Mechithar gab eine vorbildliche armenische Bibel heraus, verfasste unter anderem mehrere neuarmenische Grammatiken, sowie ein Wörterbuch, an dem er 22 Jahre arbeitete. Versuche, das klassische Altarmenisch des 5. Jahrhunderts zu rekonstruieren (das später Lord Byron in San Lazzaro lernte) und als Schrift- bzw. Literatursprache zu etablieren, kamen hinzu, auch Marienlyrik.

Kurz, durch den universal gebildeten Ordensgründer und seine oft ähnlich vielseitigen Nachfolger entstand in der Enklave armenischer Mönche auf der venezianischen Halbinsel (und später auch in Wien) eine geglückte Synthese aus europäisch-religiösem und orientalistischem Gelehrtentum.

Flucht nach Österreich


Wenige Jahre nach Mechithars Tod weigerten sich einige Patres, Reformen ihres neuen Abtes zu akzeptieren, übersiedelten nach Triest und gründeten einen selbstständigen Zweig der Congregation. Was für die Habsburger kein politischer Nachteil war: wie nebenher konnten Missionsstationen und Schulen dieser Padri Armeni im Orient der Österreichwerbung dienen. Die Flucht nach Wien folgte ein halbes Jahrhundert später: 1805 erhielt Napoleon im Pressburger Friedensvertrag Triest zugesprochen; der klein gewachsene Eroberer betrachtete die Triestiner Armenier als Österreicher und ließ sie vertreiben.

So kamen die Mechitharisten nach Verlust ihres Besitzes vor 185 Jahren in die österreichische Hauptstadt, wo ihnen Franz I. Asyl gewährte und die älteren Privilegien großteils bestätigte. Als Bleibe wies man ihnen ein aufgehobenes Kapuzinerkloster in der damaligen Vorstadt St. Ulrich zu, materielle Unterstützung erhielten sie von armenischen Kaufleuten. Da es Freunden gelungen war, aus Triest einen Teil des Inventars der Mechitharisten-Druckerei, Maschinen und Lettern, zu retten und nach Wien zu bringen, konnte bereits wenig später deren Betrieb aufgenommen und eine erste Existenzgrundlage geschaffen werden. Wer heute die Mechitharisten besucht, wird jedoch weder ein ehemaliges Kapuzinerkloster noch eine aktive Druckerei vorfinden. Ersteres brannte 1835 ab - Joseph Kornhäusel, Erbauer des Schottenstifts, lieferte die Pläne zum noch erhaltenen Neubau. Und die Druckerei - früher mit 70 Arten Schriften die umfassendste der Welt - ist seit drei Jahren eingestellt. Die Anpassung an immer neue technische Verfahren wurde einfach zu teuer. Der jetzige Klosterkomplex umfasst (neben der stillen Druckerei) die Kirche "Maria Schutz", die Likörkellerei, das Museum, die bedeutende Bibliothek und die Räume, in denen derzeit sechs Patres wohnen.

Die Patres stammen meistens aus Syrien oder dem Libanon, wo es seit dem türkischen Genozid (1915/16 wurden bei Deportationen und Massakern rund 1,5 Millionen Armenier getötet; was die türkische Regierung offiziell noch immer nicht zugibt) zahlreiche armenische Gemeinden gibt und die Mechitharisten Schulen unterhalten. Pater Vahan etwa wurde in Syrien geboren: "Meine Eltern wollten eigentlich nach Armenien, mein Vater war sehr religiös und ein Patriot. Aber damals war Armenien kommunistisch . . . Schließlich sind wir mit der ganzen Familie in den Libanon übersiedelt." Dort besuchte er eine Schule der Mechitharisten und kam dann als 13-jähriger Seminarist nach Wien - wo bis vor zwei Jahren (als man sich wieder mit der Congregation in Venedig vereinigte und als Zentrum der beiden Klöster San Lazzaro bestimmte) auch Seminaristen unterrichtet wurden.

Von den Buben, die nicht nur viele Kilometer, sondern quasi Welten von ihrer Heimat entfernt lebten, wurde einiges erwartet: allein im ersten Jahr mussten die Wiener Seminaristen Armenisch, Deutsch und Englisch lernen, im zweiten noch Altarmenisch und Latein. "Die Matura zu schaffen", erzählt Pater Vahan, "war eine Hürde; wie bei der Millionenshow." Danach folgen Noviziat, Studium und für die Entschlossenen die Priesterweihe. Gemäß dem Missions- und Erziehungsauftrag gehört es für die Mechitharistenpatres zu ihrer Ausbildung, auch einige Jahre in einer der vielen Dependancen der Con-gregation zu arbeiten. "Wir haben Schulen in Armenien, Libanon, Syrien, in der Türkei, in Ungarn; Pfarren in Wien, in Rom, in Boston, in Argentinien, eine Schule in Kalifornien . . .", zählt der Pater auf und fügt an: "und alles mit nur 29 Patres" (aus Venedig und Wien).

Eine kulturelle Institution


Wie diese Aufzählung künden auch Museum und Bibliothek des Klosters von der Diaspora der Armenier - und von der Bedeutung der Mechitharisten als kultureller Institution. Als Zentrum und Anlaufstelle derer, die über die Welt verstreut wurden. Und "aus aller Welt armenisch" sind dementsprechend die Objekte, die man hier beherbergt. Noch ein Blick in das Refektorium der Mönche - und schon betreten wir den Berg Ararat. Der höchste Berg Armeniens, auf dem der Bibel zufolge am Ende der Sintflut Noahs Arche gestrandet war, ist im Lift zu den Museumsräumen als Bodenmosaik eingelassen.

Die Führung beginnt bei den sakralen Gegenständen und Utensilien sowie den Mess- und Chorgewändern der Mechitharisten. Unter ihnen ein weißes, kunstvoll besticktes Ornat mit Stola aus Madras in Indien, aus dem Jahr 1780. Auch die gezeigten prunkvollen Priesterkronen, Zeichen des byzantinischen Einflusses auf die armenische Kirche, dürften im westlichen Abendland ein wenig exotisch gewirkt haben. So wurde auch, als die armenisch-katholischen Patres nach Wien übersiedelt waren, gefordert, dass sie ihre Mode den hiesigen Messgewändern anpassten. In einer Vitrine ist die Bibelübersetzung Mechithars zu sehen (1733 bis 1735 in Venedig gedruckt), in einer anderen das Privileg von Maria Theresia, aufgeschlagen beim ersten Blatt.

Das Museum gleicht einer etwas ungeordneten Wunderkammer des 20. Jahrhunderts. Volkskundliches, Trachten, Souvenirs finden sich ebenso wie antike Teppiche mit und ohne (typisches) Drachenmuster, Bildwerke armenischer Maler sämtlicher Epochen seit dem 19. Jahrhundert, unabhängig, scheint es, von ihrer Qualität. Aber wer würde auch meinen, dass die Nationalität den Künstler macht? Originale des bekannten Courbet-Zeitgenossen und Zarenfreundes, des Marinemalers Aiwasowski, finden sich neben gut gemeinten Epigonenwerken - das eine wie das andere stammt von Armeniern.

Die Patres archivieren. Oft waren die Exponate Geschenke, wie die ägyptische Tempelsängerinnen-Mumie, das mittelalterliche Kettenhemd, die kleinasiatischen Öllampen, Rollsiegel, das antike Mischgefäß, die römischen Statuetten, Schreibmaschinen, sogar eine Dollfußbüste steht in der untersten Reihe einer Vitrine, neben einer sportlichen Plastik. Jedes Objekt eine Spur zu einer Geschichte oder einer Person in der Diaspora.

Am wichtigsten aber sind die Bücher. Die Bibliothek des Mechitharistenklosters umfasst als einzigartigen Kernbestand 3.000 armenische Handschriften (die älteste aus dem 10. Jahrhundert), 170.000 weitere Bücher zur Armenistik, 12.000 Übersetzungen und eine 80.000 Exemplare umfassende Sammlung armenischer Zeitschriften. Pater Vahan öffnet ein kleines Buch aus dem Mittelalter. Die armenischen Buchmaler waren für ihre Kunst und Genauigkeit weithin berühmt. Ihre Handschriften sind es heute, u. a. durch die "Kolophone": Anmerkungen am Rand, von denen man die Geschichte des Buches oder Blattes ablesen kann. Jeder Besitzer trug sich ein, dazu, weshalb und unter welchen Umständen er die Schrift erstand. So gibt es etwa eine spätmittelalterliche armenische Handschrift, die 1923 einem Mechitharistenpater auf einem Markt im Iran in die Hand gedrückt wurde - als Obsttüte. Er schickte sie nach Wien; die Spuren der Traubenkerne sind noch sichtbar.

Vielleicht lässt sich anhand dieser kleinen Geschichte besser verstehen, dass für die Mechitharisten Sprachforschung und Sprachpflege engstens mit ihrer religiösen Mission verbunden sind. Wer ihre Kirche besucht, wird in Nähe des Altars u. a. auch den heiligen Mesrop Maschtoz sehen, der im Jahr 405 das armenische Alphabet festlegte, das 38 Buchstaben enthält. Auch hierüber wüssten Pater Vahan und seine Mitbrüder genug zu erzählen, als Hüter einer Tradition, in der die Bücher Ikonen und die Heiligen Sprachforscher wurden, damit es ein Überleben gab.

Am Karfreitag findet um 15 Uhr eine Auferstehungsprozession und ein Hochamt statt. Am Ostersonntag folgt auf die Heiligen Messen um 7 Uhr und 9 Uhr ein Pontifikalamt um 11 Uhr. Am Ostermontag um die gleichen Zeiten Messen. Führungen durch die Klosterkirche und das Museum in der Mechitaristengasse 4, 1070 Wien, kann man telefonisch mit Pater Vahan vereinbaren, Tel. Nr. 523 64 17. Den Mechitarine kann man in der Neustiftgasse 19 erwerben.

Freitag, 18. April 2003


ENTSTEHUNG


Die Kongregation im armenisch-katholischen (unierten) Ritus wurde im Jahr 1701 von dem Armenier Mechitar von Sebaste (1676-1749) in Konstantinopel gegründet und übernahm später die Regel des hl. Benedikt.

Dem zur religiösen und geistigen Hebung seines Volkes gegründeten Orden stellte Mechitar die Seelsorge, die Jugenderziehung und Pflege der Wissenschaft als Aufgabe.

1711 bestätigte Papst Klemens XI. die Kongregation. Nach dem Tod Mechitars spalteten sich die "armenischen Benediktiner" in zwei Kongregationen. Ein Teil der Mönche ging 1773 nach Triest und in Folge der französischen Besetzung der Stadt 1810 weiter nach Wien, wo ihnen Kaiser Franz I. das ehemalige Kapuzinerkloster übergab.

Heute besteht die Mechitaristen-Kongregation aus zwei rechtlich selbständigen Abteien in Venedig und Wien, an deren Spitze jeweils ein Generalabt steht. Neben der Wissenschaft sind Seelsorge, Mission und Schulunterricht weitere Schwerpunkte des Ordens. Noch heute betreiben die Mechitaristen in Istanbul, Beirut und Los Angeles/USA eigene Schulen, die von mehr als 2.000 Schülern besucht werden.

DAS MECHITARISTENKLOSTER WIEN


Das Wiener Mechitaristenkloster wurde zu einer wahren Heimstätte armenischer Kultur, einem einzig dastehenden Zentrum, dessen wissenschaftlicher Glanz draußen in der Welt bekannter ist als in Wien selbst.

Die Bibliothek zählt 2.600 kostbare armenische Handschriften, die bis ins 9. Jahrhundert zurückreichen, 120.000 Werke in armenischer Sprache und weitere 10.000 Bücher über armenische Geschichte, Sprache und Entwicklung.

Die insgesamt 170.000 Bände umfassende Bibliothek besitzt auch die größte und älteste armenische Zeitschriftensammlung der Welt.

Doch auch das Museum mit seiner bedeutenden Münzsammlung und anderen Kostbarkeiten illustriert eindrucksvoll den Stellenwert der armenischen Kultur und eröffnet nicht nur im deutschen Sprachraum die wohl beste Möglichkeit, sich mit der weit zurückliegenden, interessanten Geschichte und Vergangenheit der Armenier auseinanderzusetzen.

Die Mechitaristen in Wien betrieben eine nicht weniger berühmte Druckerei, in der vor allem armenische Bücher und Zeitschriften gedruckt wurden.

Die Patres setzen die Tradition philologischer Publikationen mit der periodisch erscheinenden Zeitschrift "Handes Amsorya" ebenso fort wie mit der seit 1889 erscheinenden Reihe "Nationalbibliothek", die bisher auf 227 Bände angewachsen ist.

Eine wertvolle Ergänzung armenischer Schrifttums bilden auch die "Studien zur armenischen Geschichte".

AUFNAHME UND AUSBILDUNG


Grundsätzlich werden nur Armenier aufgenommen. In der Zeit Donaumonarchie gab es auch österreichische Ordensmitglieder, die aber nur Laienbrüder waren. Heute stammen die meisten Ordensangehörigen aus dem Libanon, aus Syrien und der Türkei.

Bis vor kurzem bestand im Mutterhaus in Wien auch eine eigene theologische Hauslehranstalt.

Heute ist die Katholisch-theologischen Fakultät Wien Studienort.

Entscheidet sich ein Kandidat für den Ordensberuf, wird er nach der Matura eingekleidet und bekommt einen Ordensnamen.

Auf das einjährige Noviziat folgt die zeitliche Profeß auf drei Jahre.

Anschließend werden die ewigen Gelübde abgelegt.

KONTAKTADRESSEN


Mechitaristen

1070 Wien, Mechitaristengasse 4

Tel. 01/523 64 17
Fax 01/522 45 65

 

 DIE MECHITARISTEN CONGREGATION IN WIEN


Der vorliegende Artikel basiert auf dem Buch „175 Jahre Mechitaristen Congregation in Wien“, von Maria Neisser, publiziert von: Verlagsbuchhandlung der Mechitaristen-Congregation Wien im Jahre 1988.

Die korrekte Schreibweise ist: „Mechitharisten“, die jedoch seit der Einführung neuer Schreibregeln mit „t“ anstatt „th“ geschrieben wird. Eine Ausnahme bildet noch immer die Handelsmarke „Mechitharine“, wo die ursprüngliche Schreibweise aus kommerziellen Gründen beibehalten wurde.

EINFÜHRUNG

Die Wiener Mechitaristen-Congregation besteht seit dem Jahre 1811 in Wien und ist ohne Zweifel – ebenso wie der Mechitaristen-Orden auf San Lazzaro bei Venedig – eine der wesentlichsten und bedeutendsten Säulen des armenischen Volkes. Es waren die Mechitaristen-Patres, die das geistige und religiöse Leben der Armenier wieder belebten und erneuerten und sowohl das nationale Gedankengut als auch das kulturelle erbe ihres Volkes erhalten haben.

Der im Jahre 1701 in Konstantinopel von Mechitar von Sebaste nach den Regeln des hl. Benedikt gegründete Orden hatte sich nach dem Willen seines Gründers von Anbeginn zum Ziel gesetzt, dem armenischen Volk, das damals in großer Not lebte, durch Seelsorge, Jugenderziehung und durch die Pflege der armenischen Wissenschaften, zu helfen. So ist es dem sozialen und intellektuellen Engagement der Mechitaristen - Patres zu verdanken, dass dem armenischen Volk, das im Laufe der Jahrhunderte eine leidvolle Geschichte erfahren hat und heute auf der ganzen Welt verstreut lebt, der Charakter der Einigkeit und der Geist des Patriotismus erhalten bleibt. Ebenso bedeutsam sind die unermüdlichen Anstrengungen der Mechitharisten-Patres auf philosophischem, historischem, linguistischem und theologischem Gebiet für die armenische Kultur und Wissenschaft.

Das Heimatland der Armenier befindet sich in Kleinasien, um den Berg Ararat, wo die Arche Noah’s nach der Sinnflut gelandet sein soll.

Am 21. September 1991 waren die Armenier ausgerufen, bei einem Referendum über die Unabhängigkeit Armeniens abzustimmen; eine überwältigende Mehrheit, nämlich 94,05 % der stimmberechtigten Bürger hat sich dafür ausgesprochen. 2 Tage später deklarierte das Armenische Parlament die Unabhängigkeit Armeniens von der Sowjetunion.

Die Vorgeschichte Armeniens geht auf das 6. Jh. vor Christi zurück. Die armenische Nation wurde durch den Hl. Gregor der Erleuchter im Jahre 301 zum Christentum bekehrt. Die Armenier sind stolz darauf, das erste christliche Volk in der Weltgeschichte zu sein.


MECHITAR


Als Mechitar von Sebaste am 7. Februar 1676 in Sebastia (dem heutigen Sivas) in Anatolien geboren wurde, befand sich sein Volk in arger Bedrängnis. Durch politische und soziale Unterdrückung drohte der armenischen Nation nicht nur der nationale, sondern auch der soziale und kulturelle Zerfall. Mechitar, der Sohn eines armenischen Kaufmannes war, wurde sehr früh mit den Problemen seiner armenischen Landsleute konfrontiert. Seine Erziehung wurde geprägt durch die Frömmigkeit seiner Familie und bereits mit fünfzehn Jahren trat er ins Kloster Surb Neschan (Heiliges Kreuz) ein, wo er zum Diakon geweiht wurde und den armenischen Ordensnamen Mechitar („Tröster“) erhielt.

In den folgenden Jahren unternahm der junge Mönch teils recht beschwerliche weite Reisen, sowohl in seine engere Heimat als auch in den Nahen Osten, bei denen er viele Erfahrungen sammelte. Im Rahmen seiner Studien setzte er sich intensiv mit den Prinzipien der katholischen Kirche auseinander, die er nach genauer Kenntnis derselben voll anerkannte. 1695 legte er bei dem Jesuitenpater Anton Beauvollier das katholische Glaubensbekenntnis ab. Seine Priesterweihe erhielt Mechitar am 17. Mai 1696 in seiner Geburtsstadt im Kloster Surb Neschan.

Mechitar war aber auch Idealist und Patriot, und als solcher war ihm die Sorge um sein Volk, das er liebte, ein ständiges Anliegen. Aus seinem religiösen Glauben heraus gewann er die Überzeugung, dass er zur Rettung seines Volkes eines Ordens bedurfte, der nicht nur praktisches Wissen verbreiten und sich neben der Pflege der armenischen Wissenschaften vor allem auch um die Erziehung der Jugend annehmen. Im Alter von fünfundzwanzig Jahren gelang es Mechitar, dank seines festen und überzeugten Willens, alle Schwierigkeiten zu überwinden und seinen Orden (1701) zu gründen.

Die Kongregationsmitglieder bezeichneten sich als „Adoptivsöhne der Jungfrau und Lehrer der Buße“ und trugen als gemeinsames äußeres Zeichen ein Kreuz, an dessen vier Enden die Anfangsbuchstaben des armenischen Spruches „Ordegir Kowsi, Vardapet Apaschkharuthian“ standen, das später zum Siegel der Mechitaristen-Congregation wurde. 1711 wurde die Congregation von Pabst Clemens XI. nach den Regeln des hl. Benedikt approbiert und Mechitar offiziell zum Abt ernannt.
 

VOM PELOPONNES NACH VENEDIG


Die „Padri Armeni“ – wie sie von der Bevölkerung genannt wurden – widmeten sich ganz ihrer Aufgabe, dem gequälten armenischen Volk geistige und intellektuelle Unterstützung zu geben, zunächst in Istanbul und dann auf dem Peloponnes. Als im Jahre 1714 zwischen dem Osmanischen Reich und der Republik Venedig ein Krieg ausbrach, musste Mechitar mit seinen Ordensbrüdern nach Venedig fliehen, wo sie am 8. September 1717 – dem Jahrestag der Kongregationsgründung- in das Kloster auf der Insel San Lazzaro einzogen. Venedig bedeutete schließlich für die Patres auch die erste Konfrontation mit der westlichen Zivilisation Europas, durch die sie das klassische und moderne Gedankengut miteinander verbinden und in ihre wissenschaftlichen Forschungsarbeiten einbinden konnten.

Mechitar selbst verfasste eine Vielzahl literarischer Werke, deren bedeutendstes – ein armenisches Wörterbuch „Bargirk Hajkasean lesoui“ – 1749, drei Wochen nach seinem Tode, publiziert wurde. Seine Verdienste als Prediger, Theologe, Linguist, Philologe, Erzieher und Pädagoge sind unschätzbar. Unter anderem pflegte er das Altarmenische als Schriftsprache und „rettete“ das gesprochene Neuarmenisch durch die von ihm aufgestellten Sprachregeln und Grammatik. Auch die von Mechitar herausgegebene armenische Bibel aus dem Altertum gilt heute als einzigartiges Meisterwerk, sowohl was die hervorragende Bearbeitung betrifft als auch deren kunstvolle Ausstattung mit reicht verzierten Initialen.

Als er am 27. April 1749 im Alter von vierundsiebzig Jahren starb, hinterließ Mechitar von Sebaste eine religiöse Institution, die dank ihrer literarischen, kulturellen, erzieherischen und wissenschaftlichen Tätigkeit dem armenischen Volk eine kulturelle und geistige Erneuerung brachte, die für die Aufrechterhaltung und das Weiterbestehen der armenischen Tradition sorgte. Mechitar, der auch als Pionier der Ökumene bezeichnet wird, wurde trotz Bemühens der Congregation bis heute nicht heilig gesprochen. Der Seligsprechungsprozess im Jahre 1906 konnte wegen der faktischen Unüberprüfbarkeit der zahlreichen von ihm verfassten Schriften und wissenschaftlichen Werke, die allesamt in armenischer Sprache dokumentiert sind, nicht durchgeführt werden, da diese Werke zur Begutachtung ins Lateinische übersetzt werden mussten. Seine Biographen bezeichnen ihn daher mit recht als einen „Heiligen, ohne heilig gesprochen worden zu sein“.

Mechitars Nachfolger als Abt des Klosters San Lazzaro wurde Stephanos Melkhonian. Während seiner Amtszeit gingen einige Patres des Klosters nach Triest, wo sie einen selbständigen Zweig der Mechitaristen-Congregation bildeten. Die Adriastadt, die damals unter der Hoheit des Wiener Hofes stand, nahm die Padri Armeni mit offenen Armen auf. Kaiserin Maria Theresia stattete die neue Congregation mit einem Privileg aus, das ihnen und der in Triest lebenden armenischen Kolonie den dauernden Aufenthalt in der Monarchie sichern sollte.
 

IN TRIEST


Der neuen Congregation, die sich offiziell als „Mechitaristen“ – nach ihrem Ordensgründer – bezeichnete, gelang es, trotz schwieriger finanzieller Umstände, in kurzer Zeit in Triest Fuß zu fassen. Sie errichtete einen eigenen Konvent und neben dem Unterhalt einer Schule gründeten die Patres auch eine eigene Kirche.

Aufgrund des Privilegs der Kaiserin erhielten sie auch das Recht, eine Druckerei einzurichten, die 1776 als „Kaiserlich-Privilegierte Buchdruckerei der Patres Mechitaristen“ in Betrieb genommen wurde. Hauptkunde der Mechitaristen-Druckerei war die damals in Triest lebende griechische Kolonie.

Das von Kaiserin Maria Theresia wohlwollend gemeinte Privileg, das die Mechitaristen-Patres als österreichische Untertanen bezeichnete, wurde dem in Triest niedergelassenen Zweig allerdings Jahre später zum Verhängnis. Durch den Pressburger Friedensvertrag vom 25. Dezember 1805 fiel die Adriastadt dem siegreichen Napoleon zu, der diese dem neu geschaffenen Königreich Illyrien unterstellte. Während die auf San Lazzaro verbliebenen armenischen Mönche als türkische Untertanen galten, für die sich Napoleon sogar zum „Schirmherrn der Armenier in Venedig“ erklärte, wurden die als österreichische Untertanen geltenden Triester Mechitaristen mitsamt der armenischen Kolonie von den Franzosen gezwungen, die Stadt fluchtartig zu verlassen und ihr ganzes Eigentum zurückzulassen. 

EIN NEUER ANFANG IN WIEN


Vor die Tatsache gestellt, einen neuen Aufenthaltsort zu finden, entschieden sich die nach Wien geflüchteten Mechitaristen-Patres, die Haupt- und Residenzstadt der Donaumonarchie zu ihrem neuen Heimatort zu machen, wobei ihnen diese Entscheidung durch die gute Beziehung zum Kaiserhaus sicherlich erleichtert wurde. Dieses Verhältnis beruhte im Übrigen auf gegenseitigem Interesse. Abgesehen von ihrer kulturellen und geistigen Arbeit leisteten die Mechitaristen für die Monarchie und deren Ansehen im Ausland wesentliche Dienste. Durch die im Orient errichteten Schulen und ihre dortige Missionstätigkeit betrieben die armenischen Patres sozusagen Imagepflege für das Kaiserhaus, indem sie das kulturelle Erbe Österreichs in diese fernen Länder trugen und damit große kulturpolitische und völkerverbindende Leistungen vollbrachten.

Der nunmehr gänzlich mittellos dastehenden Congregation wurde in Wien von vielen Seiten geholfen, wie etwa auch von der Wiener Bevölkerung, die den bei ihr beliebten „Padri Armeni“ mit Lebensmittelspenden über die ärgste Not hinweghalf. Als neues Zuhause wurde ihnen das ehemalige Kapuzinerkloster „Am Platzl“ in der Vorstadt St. Ulrich, das sich im heutigen 7. Wiener Gemeindebezirk befindet und auf dessen Platz auch das später neu erbaute Mechitaristen-Kloster steht, zur Verfügung gestellt.

Die für Triest vom Kaiserhaus verliehenen Privilegien wurden auch für Wien erneuert und bereits nach kurzer Zeit konnte die Druckerei wieder ihren Betrieb aufnehmen, da diese die damals einzige Existenz- und Lebensgrundlage für die Patres war. Freunde der Patres hatten einen Teil der Maschinen und Lettern aus Triest retten können, die nun die Basis für die Weiterarbeit der Druckerei in Wien bildeten. Im Juli 1812 verließ bereits das erste Druckwerk, ein in altarmenischer Sprache gedrucktes Buch, das als Dank für die Hilfestellung der Heiligen Jungfrau Maria geschrieben wurde und den Titel „Leben der Heiligen Jungfrau“ hatte, die Pressen.

Dem ersten Direktor der Mechitaristen-Buchdruckerei, P. Aristaces Azarian, gelang es, diese in relativ kurzer Zeit sowohl zu großem Ansehen als auch zu wirtschaftlichen Erfolg zu führen. Wie überhaupt der Einsatz und der Fleiß der Patres zu einer raschen Konsolidierung des Ordens führten. Bereits vier Jahre nach ihrer Ankunft in Wien wurde wieder eine dem Kloster angeschlossene Schule eröffnet und im Jahre 1814 kauften sie das bis dahin nur gemietete Klostergebäude und die angeschlossene Kirche. Neben ihren regelmäßig abgehaltenen Gottesdiensten in armenischer Sprache in der eigenen Klosterkirche halfen die Mechitaristen-Patres auch in zahlreichen anderen Wiener Pfarren aus. Unter großer Anteilnahme der Wiener Bevölkerung fanden jährlich drei Prozessionen - am Karfreitag, Karsamstag und zum Fest Maria Geburt - statt.

Unter dem Nachfolger des ersten Wiener Generalabtes der Mechitaristen, dem Generalabt Azarian, begann für die Congregation ein Goldenes Zeitalter; sowohl auf wissenschaftlichem Gebiet als auch in Bezug auf die baulichen Aktivitäten. Letzteres betraf auch den Erwerb eines neuen Sommersitzes. Im Jahre 1820 hatten die Mechitaristen das Gut Zeilern bei Melk in Niederösterreich erworben. Wegen der – an damaligen Verkehrsverhältnissen gemessenen – großen Entfernung von Wien wurde dieser Besitz wieder veräußert und das näher gelegene ehemalige Franziskanerkloster in Klosterneuburg gekauft und als Sommersitz ausgebaut.

Aber auch das Mutterhaus in Wien musste nach einem Großbrand in der Vorstadt St. Ulrich im Jahre 1835 vollkommen neu aufgebaut werden. Die Pläne dazu stammten von dem Wiener Architekten Joseph Kornhäusel, dem Erbauer des Wiener Schotten-Stiftes, der zuvor auch die Kapelle des Sommersitzes in Klosterneuburg geplant hatte.

DER NEUBAU DES WIENER KLOSTERS


Am 18. Oktober 1837 legten Kaiser Ferdinand und Kaiserin Maria Anna den Grundstein zum neu errichteten Mechitaristen-Kloster. Zwei Jahre nach der Grundsteinlegung wurde der Speisesaal mit einem wertvollen Gemälde („Speisung der Fünftausend“) von Ludwig Freiherr Schnorr von Carolsfeld ausgestattet. Der Künstler arbeitete an diesem Gemälde, das im Übrigen sein größtes war, ein ganzes Jahr, ohne dafür ein Honorar zu nehmen.

Erzbischof Azarian wird nicht nur als der große Baumeister der Congregation bezeichnet, sondern er war auch ein eifriger Förderer der wissenschaftlichen Forschung auf armenischem Gebiet. Er gründete eine Art Akademie der Wissenschaften, die armenischsprachige Werke auf deren Sprachreinheit überprüfte und sich der Abfassung neuer Werke und Schulbücher für Armenier widmete. Zudem hatte sie die Leitung der wissenschaftlichen Tätigkeit des Klosters und die Studienordnung der Missionsschule über. Später wurde auch eine eigene Schule für Sprachforschung gegründet, die sowohl national als auch international große Bedeutung und Anerkennung erlangte.

Die Geschichte der Wiener Mechitaristen wäre unvollständig, würde man nicht die Vielzahl ihrer Publikationen hervorheben, die in erster Linie dazu dienten, die wissenschaftliche Arbeit der Patres einem breiteren Publikum zugänglich und verständlich zu machen. So etwa brachte der von Generalabt Azarian im Jahre 1829 gegründete „Verein zur Verbreitung guter katholischer Bücher“ in den zwanzig Jahren ihres Bestehens an die hundert Werke mit einer Gesamtauflage von über 475.000 Stück heraus. Die Bücher wurden zu möglichst günstigen Preisen angeboten und unter anderem auch regelmäßig Exemplare für Krankenhäuser, Straf- und Erziehungsanstalten zur Verfügung gestellt.

1843 wurde ein weiterer Verein gegründet, der wissenschaftliche Bücher in armenischer Sprache verkaufte. Ab 1878 publizierte der Verein eine kritische wissenschaftliche Ausgabe der altarmenischen Literatur, die zusammengefasst siebenhundert Seiten umfasste und sowohl typographisch als auch wissenschaftlich als einzigartiges Werk dieser Art zu bezeichnen ist.

Auch auf künstlerischem Gebiet entwickelte sich unter Azarian eine rege Tätigkeit. So etwa stammt aus dieser Zeit (1845) ein Erdglobus mit einem Durchmesser von zwanzig Zentimeter und ebenso großer Himmelsglobus in armenischer Sprache, die der spätere Titularbischof von Agrida, Pater Alexander Balgy, entworfen hatte. Von einem Nachfolger Erzbischof Azarians, dem späteren Generalabt Aydinian, stammt ebenfalls ein Erdglobus, der im Militärgeographischen Institut Wien gedruckt wurde.
 

EINE NEUE KIRCHE WIRD GEBAUT


Während der Amtszeit des Generalabtes Jakobus Bosagian (1855 – 1883) brauchte die Kirche der Congregation große Reparaturarbeiten. Diese Kirche war Teil eines ursprünglich Kapuzinerkomplexes, doch wurde nicht ersetzt, als der Neubau des Klosters 1835 begonnen wurde.

Ab dem Jahre 1870 verschlechterte sich die finanzielle Lage der Congregation rapid. Einer der Gründe dafür war die allgemein vorherrschende schlechte wirtschaftliche Situation, die ihren traurigen Höhepunkt im Börsenkrach 1873 fand. Andererseits musste sich die Congregation wegen des notwendig gewordenen Neubaues der baufälligen Kirche in hohe Schulden stürzen. Die neue Mechitaristen-Kirche wurde nach den Plänen des Architekten Camillo Sitte (1843 – 1903), dem 28jährigen Schüler des berühmten Architekten Heinrich Freiherr von Ferstel, im Stil der deutschen Renaissance geplant und 1874 erbaut.

Trotz der hohen Schulden, die der Generalabt Arsen Aydinian (1886 – 1902) als Folge der schwierigen wirtschaftlichen Situation aus den siebziger Jahren übernehmen musste, gelang es ihm das Defizit abzubauen und die längst fällige Innenausstattung der Mechitaristen-Kirche durchzuführen. Nach und nach wurde diese ergänzt, wie etwa der Altar des „Hl. Gregor des Erleuchters“, der den armenischen König Tridates bei Taufe zeigt, nach einem Entwurf des Architekten Theophil Hansen, dem Erbauer des Wiener Parlaments, errichtet wurde. Das Altargemälde stammt von der Wiener Malerin V. Reichel. Der Altar des „Hl. Antonius des Einsiedlers“, ebenfalls ein Entwurf Camillo Sittes, wurde von Franz Leimer erbaut. Das Gemälde dieses Altars zeigt Hl. Antonius bei Gebet, und stammt vom Wiener Maler Georg Teibler.

Aus Anlass der im Jahre 1901 bevorstehenden Zweihundertjahrfeier der Gründung der Congregation wurde auch der Hochaltar nach einem Entwurf des Architekten Heinrich Freiherr von Ferstel, den der Kunsttischler Josef Leimer ausführte, samt dem Hochaltarbild von Camillo Sitte vollendet. Die dazugehörigen Heiligenbilder des Hochaltargemäldes, das dem Thema „Maria Schutz“ gewidmet ist, stammen von Josef Kleinert. Dies ist ein ovales Portrait von Mechithar von Sebaste, getragen von den Engeln, Bilder von heiligen Männern und Frauen aus dem Alten und Neuen Testament, sowie Noahs Arche auf dem Berg Ararat.
 

NIEDERLASSUNGEN DER WIENER MECHITARISTEN


von 1773 bis heute

Die Congregation der Wiener Mechitaristen stammt aus dem zweiten Kloster, welches im Jahre 1773 in Triest gegründet wurde. Die Mönche des Triester-Klosters sind 1811 offiziell nach Wien übersiedelt. Seit 1773 hatte dieser Zweig der Congregation Niederlassungen in 45 diversen Orten in Europa, Afrika, Asien und Nordamerika. Diese Niederlassungen mögen eine oder mehrere Typen von Einrichtungen sein: Armenisch-Katholische Kirche oder Pfarrgemeinden, Schulen oder Priesterresidenzen. Im Laufe der Geschichte dieser Congregation haben die Orte dieser Niederlassungen gelegentlich ihre Namen geändert und unterlagen der Hoheit mehrerer Staaten. Zum Beispiel, Triest ist jetzt eine italienische Stadt, stand jedoch für Jahrhunderte unter der Herrschaft der Habsburger-Monarchie, mit Hauptstadt in Wien. Aus diesem Grund beachten Sie, bitte, dass diese Liste nur die aktuellen Namen und Hoheit der Niederlassungen widerspiegelt, statt deren Namen und Status in der Vergangenheit.

 
Mechitaristen-Kloster in Wien
Adresse: Mechitaristengasse 4
A-1070 Wien, Austria
Tel.: +43-1-523.64.17; 523.94.45
Tel.: +43-1-523.13.34 (Büro: Mechitharine)
E-Mail:

 
Collège Mékhithariste
(Volksschule und Gymnasium in Beirut seit 1930)
Adresse: P.O.Box 46
Hazmieh, Liban
Tel.: +961-5-45.11.15; 45.11.24
Fax: +961-5-45.11.28

 
Mekhitarian Cultural Association
B.P. 90060
Rauda el Metn
Beyrouth (Liban)
Tel.: +961-1-68.98.91; 68.45.38
Mobil: +961-3-78.45.59
E-Mail:

 
Couvent Mekhitariste
(Mechitaristen-Kloster)
B.P. 90060
Bikfaya (Liban)
Tel.: +961-4-98.10.77
Fax: +961-4-98.60.78
 
 
Mekhitarist Fathers Armenian School
(Schule und Kirche in Los Angeles seit 1951; dieser Ort jedoch seit 1998)
Adresse: 6470 Foothill Blvd.
Tujunga, California 91042-2729 USA
Tel.: (001) – 818-353.30.03; 353.30.48
Fax: (001) - 818-353.08.15
E-Mail:

 
Mekhitarian Educational Foundation
Adresse: 702 East GlenOaks Blvd.
Glendale, California 91207 USA
Tel.: (001) - 818-546.19.67
Fax: (001) - 818-548.11.66

 
Istanbul Mekhitarist School
( gegr. 1823, eine der ältesten Einrichtungen der Wiener Mechitaristen)
Adresse: Pangalti Lisesi
Süleyman Nazif Sokak No.9
TR-80220 Sisli, Istanbul, TURKEY
Tel. +90-212-248.04.21; 246.61.79
Tel.: 296.86.78 (Kloster)
Fax: +90-212-240.56.13
Fax: +90-212-233.40.06 (Kloster)


St. Gregor Lousavorich
Armenian Catholic Church
( Kirche gegr. 1939 in Budapest)
Adresse: Örmény Katolikus Lelkészég
Orlay utca 6
H-1117 Budapest, HUNGARY

 
Centre Mekhitariste
Rue I. Alikhanian No. 7
375019 Yerevan (Armenia)
Tel.:+374-1-58.98.37; 56.18.88
Fax: +374-1-56.90.84
E-Mail:

 
AVAN
Durian Taghamas No. 4
Yerevan (Armenia)
Tel.: +374-1-61.75.00

 

Mechitharine


Mechitharine ist ein aromatischer Likör, welcher von den Mechitaristen-Mönchen in Wien sorgfältig erzeugt wird.

Mechitharine wird nach geheimen Ordensrezepten aus den besten Früchten und Kräutern, aus Wurzeln und Gewürzen erzeugt, die sowohl aus dem Orient importiert, als auch im Inland gewonnen werden können. Schon in einer armenischen Handschrift aus dem Jahre 1680 wird dieser Likör erwähnt.

Mechitharine wird in folgenden Geschmacksrichtungen angeboten:

EDELSÜSS: Ein Fruchtnektar für jene, die süße Likörs mögen; kann auch hervorragend mit fruchtigem Speiseeis gemischt werden.

SÜSS: Ein Getränk für Frauen, mit einem milden und angenehmen Geschmack, welcher der Aroma der Rose von Schiras nahe kommt.

HALBITTER: Hat einen köstlich stimulierenden und durstlöschenden Effekt, agiert als Magenbitter erster Klasse.

CORDIALE: Ein exzellentes Tafelgetränk, aus den köstlichen Kräutern und Wurzeln der Alpenregion und tropischen Früchten.

Seit seiner Produktion im Jahre 1889 wurde Mechitharine auf den Gastronomie-Ausstellungen mit über 30 Preisen und Medaillen ausgezeichnet.

Mechitharine ist in vielen Geschäften in Europa und den USA erhältlich.
 

Siehe auch: http://www.mechitharine.com/

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